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Mach doch mal ein Projekt

Als ich noch jung war und angefangen habe zu fotografieren, hatte ich wie viele vor und nach mir das Problem mit Modellen. Wo bekomme ich diese nur her? Modelkartei? Auf der Strasse ansprechen? Für das eine hatte ich kein Portfolio für das andere keinen Mut.
Was also tun? Ein Tipp den ich euch hier auf den Weg geben möchte ist es, in Projekten und nicht in Shootings zu denken.
Versetzt euch mal in die Lage des Gefragten. Irgendwann kommt die Frage nach dem warum.
Warum willst du mich fotografieren?
Was möchtest du mit den Bildern machen?
Oft ist die Antwort …………….
Ich habe auch so angefangen und für mich festgestellt das wenn man total planlos zum Shooting geht, die Ergebnisse auch oft planlos sind.
Ich fing also an in Projekten zu denken.

Die Verteile der gedanklichen Umstellung sind die, das man einen Grund hat warum man etwas fotografieren möchte. Es gibt ein Ziel. z.B. Ein Buch, eine Ausstellung oder eine Präsentation.

Ich möchte euch nun meinen Workflow für ein Projekt vorstellen und euch ermutigen es auch mal zu probieren.

Zuerst braucht ihr eine Idee für ein Projekt. Einen Auftrag an euch selbst.
Sagen wir mal “Rauchende Menschen”.
Wir wollen also rauchende Menschen fotografieren.
Wie viele wollen wir fotografieren? Sagen wir mal 30.
Was machen wir dann mit den Fotos? Wir möchten ein Buch machen und es als PDF bei Blurb für 0 Euro anbieten.

Nun haben wir ein Start und ein Ziel.

Jetzt noch die Fragen warum wir das machen wollen?
Wir möchten das machen weil es uns interessiert ob es einen Typ Mensch gibt der raucht.

Die Grundbasis ist gelegt. Jetzt brauchen wir nun noch Menschen die sich von uns fotografieren lassen.

Ich gehe bei Projekten immer so vor, das ich mir zuerst einen Text überlege und eine kleine Webseite für das Projekt mache. Auf dieser Webseite sind nur Informationen zum dem Projekt incl. Beispielfotos.
Der Text beinhaltet die Infos was ich tun möchte, warum ich das tun möchte, wo ich fotografieren werde und was am Ende draus werden soll.

Webseite ist fertig also brauchen wir noch ein Beispielfoto was genau unsere Idee darstellt.
Dieser Part ist der schwerste. Man braucht den ersten der sich vor unsere Linse stellt. Bei so einem Projekt sollte das nicht das Problem sein, einen Raucher zu finden.
Ist alles erledigt, poste ich mein Projekt, spricht die Webseite in die sozialen Medien. Facebook, Twitter und wie sind sonst noch so alle heißen.

Hat man Glück, spricht das Projekt sehr viele Menschen an. Die Menschen begegnen einem viel offener und haben keine Angst vor den Fotos, da sie ja genau wissen das passiert und was erwartet wird.

Vielleicht ist es total trivial was ich hier schreibe, aber ich persönlich habe mit dieser Herangehensweise einen Workflow für mich entwickelt der das ewige suchen von Modellen und Ideen fast überflüssig macht. Bei mir ist es so, das wenn einmal ein Projekt online ist, viele Menschen zu mir kommen und fragen, ob Sie den nicht mitmachen dürfen. Glaubt mir es ist so ein tolles Gefühl. Es sagt dir das sich die jahrelange Arbeit und das manchmal sinnlosen herumprobieren endlich mal auszahlt und du endlich das tun kannst was du schon immer wolltest. Einfach fotografieren.

In diesem Sinne….

Euch einen schönen Tag oder eine Gute Nacht wünscht euch

Micha

Vertrauen bei Shooting

Seid Tagen beschäftigt mich das Thema, wie man Vertrauen beim Shooting schafft.           Schafft mal das überhaupt oder entsteht es von ganz alleine? Ich habe mir gedacht das es so ähnlich ist wie der erste Kuss. Man lernt jemanden kennen, verguckt sich und ihr wisst schon. Wann ist jetzt der richtige Augenblick um die Person zu küssen? Wann ist die richtige Situation, um das Model zu fragen ob es Ok wäre den BH auszuziehen oder eine Aktpose einzunehmen ohne das es missverstanden wird? Manchen Sachen ergeben sich einfach .

Ich fotografiere recht viel und beschäftige mich doch (fast) nur mit Menschen. Jim Rakete hat mal gesagt, dass manchmal etwas zwischen Fotograf und Model passiert was selbst derjenige, der neben dem Fotografen steht nicht sieht. So etwas ist nun tatsächlich auch passiert. Ich hatte das Gefühl alles machen und sagen zu können ohne mir darüber den Kopf zerbrechen zu müssen ob es evtl. falsch aufgefasst werden würde.

Das Gefühl das haben das es einfach mal “läuft”, war so unbeschreiblich. Es war wie ein Tanz und die Hoffnung das das Lied nicht endet.

Jetzt habe ich mich gefragt, was den passiert ist, das es dazu gekommen ist.

Die Antwort die ich für mich gefunden habe ist Ehrlichkeit und Offenheit. Mir ist aufgefallen, das viele nicht miteinander sprechen. Nicht nur während des Shooting sondern auch zwischendurch. Auch dem Model mal zu sagen das die Idee zwar gut war aber man gerade einfach kein Ahnung hat wie es geht. Einfach mal menschlich werden und sich nicht über alles gestellt fühlen. Vor allem das Model weder als Kleiderstange noch als Sexobjekt sehen.

Ich fällt mir sehr schwer über das Thema zu schreiben, aber irgendwie beschäftigt es mich. Sicherlich werde ich den ein oder anderen Gedanken dazu loswerden. In diesem Sinne..

Fotografische Grüsse

Micha